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Dienstag, 05. Juni 2012 um 09:59
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Liebe Sportlerinnen und Sportler! Zwei Themen = Zecken und Klimawandel möchte ich erneut anschneiden, da sie immer auch uns, die wir den Sport vorwiegend im Freien ausüben, betreffen. Zecken Also das Thema und die damit verbundenen Gefahren dürfen nicht unterschätzt werden, auch wenn der Norden und Westen Deutschlands nicht unbedingt als Risikogebiete gelten. Aber Zecken verursachen in Deutschland so viele Krankheitsfälle wie kein anderes Tier: im Jahre 2011 wurden 423 Fälle von FSME gemeldet, die der Parasit überträgt – deutlich mehr als in den Vorjahren. Bundesweit gelten 137 von 440 Landkreisen als Risikogebiete. Zecken gefährden auch viele Kinder, denn sieben Prozent der 14- bis 17jährigen sind schon einmal gebissen worden, wobei Kinder in großen Städten weniger betroffen sind als Landkinder. Über eine Million Borreliose-Opfer gibt es laut den Borrelioseverbänden in Deutschland. Zwischen dem Zeckenstich und dem Ausbruch der Krankheit kann jedoch einige Zeit vergehen. Mitunter kann sich der Erreger sogar mehrere Jahre im menschlichen Körper verstecken, bevor sich die Borreliose mit kreisförmigen Hautrötungen, Fieber und Muskelschmerzen bemerkbar macht. Zecken halten sich gern in Gebieten mit Laub- und Mischwäldern sowie an Wiesenrändern auf, dazu meist in Knie- und Hüfthöhe. Daher sollte man den Aufenthalt im hohen Gras oder Unterholz meiden und gut geschlossene Kleidung und lange Hosen tragen. Allerdings krabbeln die Tiere oft stundenlang auf der Kleidung und der Haut umher, bis sie eine Stelle mit dünner Haut (z.B. Leistengegend oder Achseln) gefunden haben, in die sie unbemerkt stechen. Es empfiehlt sich daher, sich nach Aufenthalten in der Natur (z.B. Waldläufen) intensiv nach Zecken abzusuchen. Hat sich eine Zecke in die Haut gebohrt, muss sie vorsichtig entfernt werden, was schwierig ist, da sie sich oft nicht vollständig herausziehen lässt. In diesem Fall ist ein Arztbesuch unbedingt anzuraten. Klimawandel Der Klimawandel verstärkt sich und die Folgen der globalen Veränderungen sind auch jetzt schon bei uns zu spüren. Speziell die Zahl extremer Hitzetage hat zugenommen. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass nicht nur deren Zahl weiter steigen wird, sondern zudem auch Temperaturen von bis zu 45 Grad in Deutschland möglich sein können. Das würde für uns Leichtathleten bedeuten, dass wir gar keine Freiluftwettkämpfe mehr bestreiten könnten! Zur Erinnerung: Im Rekordsommer 2003 gab es in Europa mehrere Tausend Hitzetote! Studien sagen voraus, dass es in Europa bis 2100 im Schnitt um bis zu 6 Grad wärmer wird. Damit steigt auch die Gefahr von Stürmen und Überschwemmungen. Auch wenn vor allem Menschen in Entwicklungsländern betroffen sind, ist längst klar, dass die Erwärmung für Mitteleuropäer ebenfalls gesundheitliche Folgen haben wird, z.B. massive Herz-Kreislauf-Probleme. „Der Klimawandel ist die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts", lautet das Ergebnis einer Londoner Studie. Der wichtigste Punkt darin: Gesundheitsvorsorge. In Köln laufen die Fäden bei Rainer Liebermann zusammen. Der Abteilungsleiter für Umweltplanung und Vorsorge leitet das Projekt "Klimawandelgerechte Metropole Köln". Schon jetzt ist Köln einer der wärmsten Orte in Deutschland. Hitzewellen können (besonders in Ballungsräumen) zur Gesundheitsgefahr werden. Als sicher gilt, dass die Klimaerwärmung mit einem veränderten Freizeitverhalten einhergehen wird. Die Bevölkerung (und damit eben auch besonders Sportler) wird sich häufiger und länger der Sonnenstrahlung aussetzen. Das wird die Hautkrebsrate steigen lassen und Atemwegserkrankungen wie Asthma werden zunehmen. Die steigenden Temperaturen werden den Pollenflug begünstigen, was die jährliche Leidenszeit der Pollenallergiker verlängert. Schon jetzt gibt es ja kaum noch pollenfreie Zeiträume im Laufe eines Jahres. Mit der richtigen medizinischen Behandlung und einigen Vorsichtsmaßnahmen sind die Beschwerden bisher noch in den Griff zu bekommen, doch sind die Meldungen der Weltklima-Konferenzen alarmierend, denn die Treibhausgas-Emissionen haben mit 31,6 Milliarden Tonnen ein neues Rekordhoch erreicht. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre liegt damit um fast 50% über dem Wert von 1990, als die ersten Klimaverhandlungen begannen! Wie lange werden wir unseren geliebten Sport noch sorglos im Freien betreiben können? Hanno Rheineck, LVN-Umweltbeauftragter |
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