Leichtathletik-Verband Nordrhein

Mateusz Przybylko krönt LVN-Hallenmeisterschaft

Hat gut Lachen mit dem Start in die Saison: Mateusz Przybylko beginnt das Jahr 2016 mit 2,29m im Hochsprung
Foto(s): TSV Bayer 04 Leverkusen

Hochspringer Mateusz Przybylko hat bei den Nordrhein-Hallenmeisterschaften in Leverkusen für das herausragende Resultat gesorgt. Der Lokalmatador übersprang 2,29 Meter und stellte damit eine neue Hallen-Bestleistung auf. Weitspringerin Alexandra Wester steigerte ihre Indoor-Bestleistung auf 6,50 Meter - und kündigte Ambitionen sowie noch bessere Weiten an. Inna Weit war bei ihren ersten Starts für Düsseldorf ungefährdet. Langhürdler Jonas Hanßen unterstrich auf der Flachdistanz seine Klasse.

 

Frisch, abgeklärt und kampfbereit nahm Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) auf seiner Trainingsanlage bis 2,29 Meter alle Höhen lockeren Fußes im ersten Anlauf. 2,32 Meter waren diesmal noch zu hoch, sind aber machbar. "Ich springe bald 2,30 Meter", hatte der amtierende Deutsche Hallenmeister schon letzten Sonntag in Clarholz prognostiziert. Dort standen am Ende 2,23 Meter zu Buche, die Versuche über 2,26 Meter waren aber verheißungsvoll. "In Clarholz ist Schwingboden, ich kann aber besser auf festem Boden springen", so der 23-Jährige, der eine Teilnahme an der Hallen-WM - hierfür sind 2,33 Meter gefordert - nicht unbedingt anstrebt. "In diesem Jahr ist alles auf die EM in Amsterdam und Olympia in Rio ausgerichtet", erklärte der Schützling von Hans-Jörg Thomaskamp.

Alexandra Wester begann Saison mit Hausrekord

Alexandra Wester eröffnete bei ihrem ersten Weitsprung-Wettbewerb für den ASV Köln mit der persönlichen Hallen-Bestleistung von 6,43 Metern, um im zweiten Durchgang auf 6,50 Meter zu erhöhen. Dann aber beendete die DM-Siebte den Wettkampf bereits. "Ich bin auf Nummer sicher gegangen, weil der Oberschenkel schon vor dem Wettkampf fest war", erklärte die 21-Jährige. "Ich habe aber schon im Training gemerkt, dass ich in guter Form bin. Da waren die Sprünge von der Technik her sogar noch besser", unterstrich der Schützling von Charles Friedek. "Die Hallen-WM ist für mich ein Thema und die Olympia-Teilnahme mein Ziel", traut sich Alexandra Wester durchaus Weiten von 6,75 Meter und mehr zu - und offenbart eine gehörige Portion an Selbstbewusstsein.

Inna Weit siegt beim Debüt im ART-Trikot

Inna Weit - frisch vom Trainingslager auf Teneriffa zurück - preschte bei ihrer Premiere im Trikot des ART Düsseldorf über 200 Meter ungefährdet in 23,84 Sekunden vorne weg."Ich habe neun Tage hart trainiert, von daher war das in Ordnung, auch wenn ich die zweite Kurve viel zu passiv angegangen bin", so die dreimalige Deutsche Meisterin, die ihr erstes Einzelrennen seit zwei Jahren in der Halle bestritt.  Am zweiten Wettkampftag stürmte sie auch über 60 Meter voraus. Nach 7,54 Sekunden im Vorlauf steigerte sie sich im Finale auf 7,52 Sekunden, um dann in einem Einlagelauf noch einmal 7,56 Sekunden abzuliefern. Und noch eine Extra-Schicht: Letztendlich trug die 27-Jährige auch zum Zeitlauf-Sieg ihres neuen Vereins in 1:38,19 Minuten bei. Dieser Einsatz war ursprünglich gar nicht vorgesehen.

Jonas Hanßen kampfstark

Über 400 Meter setzte sich Jonas Hanßen (SC Myhl LA) in 47,94 Sekunden durch. "Ich hatte schwer zu kämpfen, die Zeit ist sekundär, zumal ich im Training schon schneller war", so der Deutsche Meister über die Langhürden, der in diesem Winter keine weiteren Hallenrennen mehr bestreiten möchte. Platz zwei ging ebenfalls an einen jungen Langhürdler: Joshua Abuaku (LAV Oberhausen), der Vize-Europameister der U20, setzte sich in einem anderen Zeit-Endlauf in 48,43 Sekunden durch. Bei den Frauen verteidigte Frederike Hogrebe (TSV Bayer Leverkusen) in 54,60 Sekunden ihren Vorjahres-Titel erfolgreich. Team-Europameisterin Lara Hoffmann (LT DSHS Köln; 54,84 sec) musste erst ganz zum Schluss lockerlassen und feierte als Zweite ein gelungenes Comeback nach ihrer Knie-OP. Die Bestzeit der 24-Jährigen steht bei 53,15 Sekunden.

Mehrkämpferin Anna Maiwald als Hürden-Ass

Überraschend deutlich setzte sich Siebenkampf-Studentenweltmeisterin Anna Maiwald (TSV Bayer 04 Leverkusen) über 60 Meter Hürden durch. "Für den ersten Hallenwettkampf gut, zumal aus dem vollen Training", kommentierte die 25-Jährige ihre 8,49 Sekunden. Ende des Monats will sie an der Deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaft in Hamburg teilnehmen. Im Sprint der Männer setzte sich der Nigerianer Peter Emelieze (ASV Köln) in 6,79 Sekunden deutlich vor Aleixo-Platini Menga (TSV Bayer 04 Leverkusen; 6,87 sec) durch. U18-Neuling Amelie Dierke (Werdener Turnerbund) war über 60 Meter mit 7,68 Sekunden noch schneller als U20-Siegerin Michelle Hering (LAV Bayer Uerdingen Dormagen; 7,73 sec).

Katarina Mögenburg zufrieden

Katarina Mögenburg (TSV Bayer 04 Leverkusen), die Norwegische Meisterin und Deutsche Vize-Meisterin, übersprang 1,84 Meter. "Mit der Höhe bin ich zufrieden, zumal bis 1,84 Meter alles rund lief. Bei 1,87 Meter war ich technisch leider nicht mehr konstant", sagte die 24-Jährige, die sich für diesen Winter 1,90 Meter und für den Sommer 1,93 Meter als Ziel gesetzt hat. Auf Platz zwei folgte Siebenkämpferin Kira Biesenbach, die mit 1,73 Meter neue Indoor-Bestleistung sprang. Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) gewann über 800 (2:09,70 min) und 3.000 Meter (10:08,56 min). Im Hürdensprint der Männer war David Klöckner (LAZ Rhede; 8,09 sec) eine Klasse für sich. In der U20 setzte Ituah Enahoro (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) mit 7,96 Sekunden ein Achtungszeichen.

U18-WM-Finalist Remo Cagliesi (TLV Germania Überruhr) holte im Hochsprung mit 2,04 Metern den Meistertitel in der U20. U18-„Stabi“ Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen), der beim Europäischen Olympischen Jugendfestival Gold geholt hatte, schob sich wie am Sonntag zuvor über 5,00 Meter, diesmal aber bereits im ersten Versuch. Jasper Fischer (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) fuhr mit 6,90 Metern den Weitsprung-Sieg der U18 ein. Die DM-Dritte Klaudia Kaczmarek (LAZ Rhede) war im Dreisprung mit 12,87 Metern ungefährdet. Ebenso Simon Heweling (Weseler TV), der in der U20 200 Meter in 22,26 Sekunden durcheilte. Tagesbester auf dieser Distanz war Kai Köllmann, der bei seinem ersten Start für Leverkusen mit 21,67 Sekunden notiert wurde.

Lea Dederichs unterstreicht ihre Klasse

Herausragende Akteurin der parallel ausgetragenen Westdeutschen Meisterschaften im Bahngehen war Lea Dederichs (ART Düsseldorf), die 3.000 Meter in 14:12,31 Minuten abspulte. Wegen der internationalen Perspektiven will sich die 20-Jährige aber auf die Straßendistanzen fokussieren. "In diesem Jahr möchte ich über 20 Kilometer 1:40 Stunden angreifen oder gar unterbieten", erklärte der Schützling von Aina Mikrikow-Warnt. Die U20-Hammerwerfer Marc Okun (64,30 m) und Michelle Döpke (beide Leichlinger TV; 55,74 m) waren bei den parallel ausgetragenen NRW-Meisterschaften im Winterwurf haushoch überlegen.

Fabienne Schönig (LG Wipperfürth), 2014 bei den Olympischen Jugendspielen in Nanjing (China) Zweite, reichten 46,37 Meter zum Speerwurf-Sieg in der U20. Kristoffer Kleist (ART Düsseldorf), drinnen mit der Kugel auf 17,39 Meter verbessert,  schleuderte den Diskus der U20 auf 48,39 Meter. U18-Ass Fabian Strehlau (LAZ Mönchengladbach), letzten Sommer Achter beim Europäischen Olympischen Jugendfestival, katapultierte den Speer auf 63,50 Meter.

 

Harald Koken | Geändert: Montag, 18 Januar 2016 13:50

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