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Leichtathletik-Verband Nordrhein

NRW-Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid

Remo Cagliesi
Foto(s): Peter Middel

Remo Cagliesi  gefiel am ersten Tag der NRW-Meisterschaften mit 2,06 m im Hochsprung

Das Beste wurde am ersten Tag der NRW-Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid zum Schluss geboten. Remo Cagliesi (TLV Germania Überruhr) flog im Hochsprung der Klasse U20 über respektable 2,06 m und sicherte sich damit den Titel vor dem Wattenscheider Tristan Henze  und dem Mindener Finn Heimberg, die beide jeweils 1,90 m überquerten.

 

Der Schützling von Tim Husel ließ anschließend noch 2,11 m auflegen, doch scheiterte er an dieser Höhe, die für ihn eine neue persönliche Jahres-Bestleistung  bedeutet hätte, nur knapp. „Ich hatte die 2,11 m heute auf jeden Fall drauf, denn ich habe mich im Training in den letzten Tagen sehr gut gefühlt. Nun hoffe ich, dass ich bei meinen nächsten Wettkämpfen etwas mehr Glück habe,“ erklärte der 18-jährige Höhenjäger, der in der Halle bereits 2,14 m meisterte.

Remo Cagliesi ist auch ein leistungsstarker Weitspringer mit einer persönlichen Bestweite von 7,20 m. Allerdings steht bei ihm diese Disziplin nur in der Halle im Fokus. In den nächsten drei Wochen konzentriert der deutsche U20-Meister von 2016  sich ganz auf den Weitsprung bei den deutschen U20/U18-Meisterschaften vom 4. bis 6. August in Ulm, wo er bei der Titelvergabe ein ernstes Wort mitreden möchte.

Im 100-m-Sprint der Klasse U 20 ließ Simon Heweling (Weseler TV) bereits im Vorlauf mit der Zeit von 10,89 Sekunden seine Klasse aufblitzen. Im Finale steigerte er sich bei leichtem  Rückenwind (+0,2 m/s) auf starke 10,75 Sekunden und verwies damit Guy-Tresor Zoua (LG Kindelsberg Kreuztal, 10,98 s) und Hendrik Vogler (TV Gladbeck, 11,02 s) auf die nachfolgenden Ränge.

Im 800-m-Lauf der männlichen Jugend U20 erwies sich Maximilian Feist (VFL Kamen) als gewiefter Taktiker. Der Schützling von Holger July ging als führender Läufer in die letzte Runde. Um keine Risiko auf der für ihn etwas zu kurzen Distanz  einzugehen, zog er bereits 300 Meter vor dem Ziel einen unwiderstehlichen Spurt an und siegte in der neuen persönlichen Bestzeit von 1:55,81 Minuten vor Till Grommisch (TLV Germania Überruhr), der sich als Zweiter mit 1:57,71 Minuten ebenfalls deutlich verbesserte. Till ist der Sohn von Werner Grommisch, der 1986 Deutscher Crossmeister war.

Große Freude herrschte bei 3000-m-Sieger Max Nores (Aachener TG, 8:45,05 Min.), der sich bei seiner überzeugenden Vorstellung um 15 Sekunden verbesserte.

Martin Kornobis (LG Olympia Dortmund), der in diesem Jahr schon 16,53 m stieß, hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Dennoch reichte seine Weite von 15,10 m in der Klasse U20  zum Titelgewinn.

 

Kurz vor ihrer Abreise zu den U20-Europameisterschaften vom 20. bis 23. Juli im italienischen Grosseto gab Lokalmatadorin Julia Ritter (TV Wattenscheid) noch eine Stippvisite im Lohrheide-Stadion und unterstrich als Siegerin mit vielversprechenden 16,23 m im Kugelstoßen und 53,41 m im Diskuswerfen. „Ich bin fit für die EM,“ lautete das Fazit der früheren U18-Weltmeisterin im Kugelstoßen, die im Sportinternat in Wattenscheid wohnt. „Dadurch, dass nur einen kurzen Fußweg zum Stadion hatte, war  die Belastung für mich äußerst gering. Für mich bildete der Doppelstart ein hervorragendes Training und einen guten  Abschluss meiner EM-Vorbereitungen,“ erklärte  die 18-jährige Wurfspezialistin, die im Kugelstoßen bei der Titelvergabe ein ernsthaftes Wort mit sprechen möchte. „Mein Schwerpunkt liegt auf dem Kugelstoßen, wo ich momentan die Europäische Bestenliste in meiner Altersklasse anführe. Das heißt allerdings nicht, dass ich das Diskuswerfen vernachlässigen werde,“ betonte Julia Ritter. Ihre Teamkollegin Hanna Meinikmann gefiel als Zweite mit 15,26 m.

 

Bei der männlichen Jugend U 18 lieferten sich Florian Hornig und David Schepp (beide TSG Dülmen) im Hochsprung ein spannendes Duell, das Florian vor David für sich entschied. Die beiden Höhenjäger meisterten jeweils 1,98 m.

Florian Hornig, der in der Halle schon 2,01 m überquerte, verbesserte bei seinem Titelgewinn seine Freiluft-Bestleistung um einen Zentimeter. Erleichtert verließ David Schepp die Anlage, denn er konnte nach seinen Rückenproblemen im Lohrheidestadion seit langem erstmals wieder schmerzfrei springen. Für die DM in Ulm hat er sich genauso wie sein Teamkollege Florian Hornig die Zwei-Meter-Marke vorgenommen.

Im Weitsprung war Sieger Maximilian Busse (SV 1860 Minden) mit der Weite von 7,07 m nahezu konkurrenzlos. Ihrer Konkurrenz deutlich voraus war auch Lena Böhmer (TV Gladbeck), die sich in der Klasse U18  als Weitsprung-Siegerin von 6,01 m auf hervorragende 6,13 m verbesserte. Die 1,83 m-große Springerin, die von Heiner Preute und Oliver Sell betreut wird,  zeigte sich überrascht von ihrer Leistung, denn  sie hat in der vergangenen Woche nicht trainiert, um ihr Sprungbein zu schonen. Ebenfalls in der Klasse U18 sicherte sich Amelie Dierke mit neuer Bestzeit von 24,38 s über 200 m den Meistertitel.

 

Bei der männlichen Jugend M14 konnte sich Marcel Reisch (TUS Germania Horstmar) mit Leistungen von 38,13 m im Diskuswerfen und 42,18 m im Speerwerfen zweimal in die Siegerliste eintragen.

Im Diskuswerfen der Klasse W15 pulverisierte Pia Northoff (TUS Jöllenbeck) als Siegerin  mit ihrer Weite von 44,15 m ihre bisherige persönliche Bestleistung von 37,14 m. Die 15-jährige Jöllenbeckerin, deren Bruder Timo in der vergangenen Woche bei der U18-WM in Nairobi im Kugelstoßen Gold gewann,  führt nun die aktuelle DLV-Bestenliste in ihrer Altersklasse mit einem Vorsprung von vier Metern an.

 

Maximilian March verbessert bei den NRW-Meisterschaften die LVN-Bestmarke von Claude Edorh

 

Glänzend aufgelegt zeigte sich am zweiten Wettkampftag  Maximilian March (Team Vorweifel), der über 110-m-Hürden der Klasse U18 ausgezeichnete 13,68 Sekunden erreichte und damit in der Alterskategorie die LVN-Bestmarke aus dem Jahr 1989 von Claude Edorh (ASV Köln) um sechs Hundertstelsekunden verbesserte. „Das ist für mich eine große Ehre und eine große Verpflichtung zugleich,“ meinte der 1,76 m große Hürdensprinter, der in diesem Jahr die Nominierung für die U18-WM in Nairobi  nur um wenige Hundertstelsekunden verpasste.

 

Das Wattenscheider Lohrheide-Stadion scheint für Simon Heweling  ein gutes Pflaster  zu bilden. 2014  gelang dem Nachwuchssprinter des Weseler TV dort im 200-m-Lauf der Klasse U18 der Gewinn der Silbermedaille in 21,44 Sekunden. Drei Jahre später  holte er dort zum großen Doppelschlag aus und ließ der Konkurrenz über 100 m in 10,75 Sekunden und über 200 m in 21,60 Sekunden keine Chance. Auf beiden Distanzen  erzielte der gut aufgelegte Weseler jeweils persönliche Jahresbestzeiten.

 

Über 1500m verließ sich Till Grommisch (TLV Überruhr) ganz auf seine enorme Spurtkraft und setzte sich in 3:59,37 Minuten souverän vor 3000-m-Sieger Max Nores (Aachener TG, 4:04,01 Min.) und Tom Thiemann (LG Brillux Münster, 4:04,74 Min.)  durch. Bei seiner hervorragenden Vorstellung blieb er nur knapp über seiner persönlichen Bestzeit von 3:59,06 Minuten.

Martin Kornobis (LG Olympia Dortmund), der Tags zuvor das Kugelstoßen mit 15,10 m gewonnen hatte, beteiligte sich am zweiten Wettkampftag noch am Diskuswerfen und wurde dort Vizemeister mit 42,45 m.

Im Stabhochsprung schwang sich Marc Andre Jacobs (Bayer Leverkusen) über respektable 4,65 m und setzte  sich damit vor dem Wattenscheider Jan Ollech (4,40 m) und dem Zehnkämpfer Felix Füermann (Bayer Leverkusen, 4,30 m) durch. „Mir fehlte die Musik und die entsprechende Stimmung. Sonst wäre ich eventuell noch etwas höher gesprungen. Aber bei Meisterschaften herrschen ja andere Gesetze,“ befand der Schützling von Bayer-Trainerin Christine Adams, der mit einer Bestleistung von 4,80 m zu Buche steht. Der Drittplatzierte im Stabhochsprung, Felix Füermann, unterstrich seine bemerkenswerte  Vielseitigkeit zudem noch mit seinem Titelgewinn im Speerwerfen mit 59,74 m.

Einen Tag nach seinem Sieg im Hochsprung war Florian Hornig (TSG Dülmen, 1,98 m) auch noch im Dreisprung der Klasse U18 mit 13,72 m erfolgreich. Dabei übertraf der sprunggewaltige Blondschopf seine persönliche Bestweite um neun Zentimeter.

Bei der weiblichen Jugend U20 gefiel neben Wurfspezialistin Julia Ritter vor allem Franziska Jakobs (ART Düsseldorf), die mit 2:14,29 Minuten und 4:46,23 Minuten über 1500 m einen eindrucksvollen Doppelerfolg feierte. „Für mich waren diese beiden Läufe eine gute Vorbereitung auf die deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm, wo ich mich auf beiden Distanzen um eine Medaille bewerben möchte,“ unterstrich die Athletin von Coach Andre Pollmächer.

Im 100-m-Hürdenlauf der Klasse U20 war Annika Marlies Niedermayer (TV Wattenscheid) mit starken 14,06 Sekunden nahezu ungefährdet. Die 18-jährige Wattenscheiderin blieb bei ihrer hervorragenden Vorstellung lediglich eine Hundertstelsekunde über ihrer persönlichen Bestzeit. „Bei der DM in Ulm möchte ich die 14-Sekunden-Marke auf jeden Fall knacken,“ hat sich Annika Marlies Niedermayer vorgenommen.

Im Speerwerfen der Klasse U 20 erfreute Siegerin Kim Cara Brünger (USC Bochum) mit der Weite von 44,69 m, mit der sie 3,93 m weiter warf als die Münsteranerin Katharina Funke.

In der Alterskategorie U18 war Amelie Braun (CLV Siegerland) eine Klasse für sich. Die 16-jährige Siegerländerin hatte über 100 m Hürden trotz eines kleinen Hängers am Start im Ziel mit 13,77 Sekunden einen komfortablen Vorsprung vor der Düsseldorferin Daniela Kreft (14,44 s) Amelie Braun erzielte in dieser Saison in Schweinfurt bereits 13,73 Sekunden.

 

Einen Tag nach ihrem Sieg über 200 m belegte Amelie Dierke in der Zeit von 12.04 s auch über 100 m den 1. Platz.

Im Stabhochsprung der Klasse U18 ließ sich Lukka Franke (LAZ Soest) durch ihre Favoritenposition nicht nervös machen und siegte mit beachtlichen 3,60 m.

Im Diskuswerfen der Klasse W15 verbesserte sich die Schwester von U18-Weltmeister Pia Northoff (TUS Jöllenbeck) von 14,39 m auf 14,47 m und sicherte sich damit ihren zweiten NRW-Titel, nachdem sie tags zuvor bereits das Diskuswerfen mit 44,15 m gewonnen hatte.

Wegen einer Sprunggelenksverletzung brach Shanice Meister (TV Wattenscheid) den Weitsprung der Klasse W15,  nachdem ihr Sieg bei 1,63 m feststand, vorzeitig ab.

In der Klasse M15 ragte vor allem Erik Assmann (ART Düsseldorf) im Hochsprung mit 1,90 m heraus. Damit sprang der 15-jährige Düsseldorfer 13 Zentimeter höher als der Siegerländer Eric Klöckner.

Die LG Lippe-Süd mischte in Wattenscheid in ihrer Paradedisziplin, dem Stabhochsprung, in vielen Altersklassen ganz vorne mit. In der Kategorie W14 beeindruckten Jule Mühlenhof und Maybrit Sommer mit ihrem Doppelerfolg mit jeweils übersprungenen 3,20 m.

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Peter Middel | Geändert: Montag, 17 Juli 2017 13:16

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