Leichtathletik-Verband Nordrhein

34. Rhein-Ruhr-Marathon

Hitzerennen in Duisburg bei 30 Grad
Gut 30 Grad zeigte das Thermometer am vergangenen Sonntagmittag an. Das lädt zu einem Besuch ins nächste Schwimmbad oder zum Badesee ein. Rund 5.513 Handbiker, Skater und Läufer zogen es jedoch vor, sich bei den schweißtreibenden Temperaturen anderweitig sportlich zu betätigen und beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg zu starten.

 

Allein waren sie aber nicht, zehntausende Zuschauer feuerten sie an und zeigten große Hilfsbereitschaft. Neben den insgesamt 17 offiziellen Versorgungsstellen entlang der Strecke hatten Anwohner  erfrischende Duschen aufgebaut, wo sich die Teilnehmer für einen kurzen Augenblick abkühlen konnten. Die Laufveranstaltung ist eines der Großereignisse für Sportler in NRW und die Bürger im Ruhrgebiet, da muss man einfach mit dabei sein. Am Ende gewann die Hitzeschlacht Karsten Kruck in 2:40:37 Stunden. Bei den Frauen siegte Coco Wieland mit einer Zeit von 3:08:06.

Zahlreiche Wettbewerbe und eine Doppelstarterin
Der erste Startschuss erfolgte an dem Tag schon um 8 Uhr, in den frühen Morgenstunden. Nacheinander gingen die Handbiker, dann die Inliner und die Eikidenstaffel vor der MSV-Arena auf die Strecke. Unter den Inlinern befand sich auch die Kölnerin Claudia Maria Henneken. Sie hatte sich für den Tag einiges vorgenommen gehabt. Nach dem Zieleinlauf auf Rollen sollte es anschließend im Rahmen des Marathons per Doppelstart die ganze Strecke nochmal zu Fuß gehen. Erstmal nichts Ungewöhnliches, Henneken galt jedoch als Favoritin und hatte es sich zum Ziel gesetzt, beide Rennen zu gewinnen.

Matthias Büchel und Nele Reike gewinnen Halbmarathon
Im weiteren Verlauf des Vormittags gingen die Halbmarathonteilnehmer auf die Strecke. Hier war der Ausgang im Vorfeld ungewiss. Es hatten weder Karol Grunenberg, Enrico Dietrich, noch Vorjahressieger Maciek Miereczko gemeldet. Dafür durfte sich 1:16:44 Stunden später Matthias Büchel über den Sieg freuen, der auch mit einem Augenzwinkern offen zugab: „Wie gut, dass Miereczko heute nicht mitlief“. Wenig später folgte ihm mit 1:17:39 Stunden Murat Celik vom Ayyo Team Essen e.V. Den dritten Platz belegte kurz darauf Dennis Breuer vom ASV Duisburg mit 1:18:35 Stunden. Die Frauenwertung gewann Nele Reike aus Essen. Überglücklich über ihren Sieg erreichte sie das Ziel in 1:24:56 Stunden. Ein fast Kopf-an-Kopf Rennen lieferten sich zum Schluss Katharina Wehr (TV Wanheimerort) und Melina Buil. Wehr sicherte sich mit 1:26:24 Stunden den zweiten Platz, nur 6 Sekunden später folgte ihr Buil.

Karsten Kruck und Coco Wieland machen beim Marathon das Rennen
Der Höhepunkt des Tages war natürlich die Königsdisziplin, der Marathon über 42,195 km zu Fuß. Leider fehlte auch bei der diesjährigen Auflage die deutsche Spitze. Und somit sah es nach einem Duell zwischen Karsten Kruck (ASV Duisburg) und Björn Tertünt (Ayyo Team Essen) aus. Völlig überraschend hatte dann aber der 4-malige Gewinner Magnus Kreth (ASV Duisburg) nachgemeldet.

Bei den Frauen waren die Vorjahresgewinnerinnen Karin Schank und Vorjahreszweite Silke Niehuis nicht am Start. Auch die Duisburger Lokalmatadorin Antje Möller hatte nicht gemeldet. Somit rechnete man der Doppelstarterin Claudia Maria Henneken (DauerLaufVerein Köln) gute Siegchancen zu. Aber der Ausgang eines Marathonrennen lässt sich nur bedingt vorhersagen, insbesondere wenn Faktoren wie Hitze und eine unerwartete Nachmeldung dazukommen. Kurz nach dem Start übernahm nämlich Coco Wieland bei den Frauen die Führung. Der bereits 46-Jährigen aus Ismaning gelang beim letztjährigen München-Marathon erstmals mit 2:57:29 Stunden der ersehnte Sprung unter die 3-Stunden-Marke. Ein Trainingszustand, der sie das gesamte Rennen über konkurrenzlos machte. Kein guter Ausgang für Henneken, die beim Inlinerrennen bereits frustriert auf dem zweiten Platz landete. Die Siegerin soll wohl keine regelkonformen Inline benutzt haben, was aber nicht geahndet wurde. Die Hitze gab ihr den Rest, irgendwann wollte dann auch der Kopf nicht mehr, sie wurde nach hinten durchgereicht.

Für Spannung pur sorgte hingegen das Rennen der Männer. Gut 1,5 Stunden liefen Karsten Kruck und Björn Tertünte zusammen. Mal liefen sie nebeneinander, mal lief Kruck und ein andermal Tertünte mit einigen Metern Vorsprung. Es erinnerte irgendwie an ein Katz-und-Maus-Spiel. Eine erste Wende kam genau nach 1:34:18 Stunden. Kruck , der eine ganz Zeit lang Tertünte folgend hinterherlief, setzte langsam zum Überholen an, der Abstand wurde deutlich größer und es sah fast so aus als könne Tertünte nicht mithalten. Der Ausreißer hielt allerdings nicht lange, 5 Minuten später liefen beide wieder nebeneinander und das Katz-und-Maus-Spiel fing von vorne an, bis Kilometer 33. Nachdem die Versorgungsstelle des TuS Viktoria Buchholz mit musikalischer Unterstützung einer Sambagruppe passiert war, setzte Kruck zum Schluss-Sprint an, der Abstand zwischen ihm und Tertünte wurde unüberbrückbar größer. Unter großem Beifall wurde Karsten Kruck nach 2:40:37 Stunden im Stadion als Sieger empfangen. Eigentlich war man mit einer Zielzeit von 2:32 Stunden angelaufen, doch die Hitze machte dem einen Strich durch die Rechnung. Björn Tertünte überlief die Ziellinie nach 2:41:04 Stunden. Den dritten Platz sicherte sich Robert Jäkel vom TuS 08 Lintorf. Er absolvierte den Marathon in 2:45:27 Stunden.

Dass die Hitze den Sportlern schwer zu schaffen machte, zeigte auch die Zieleinlaufzeit der Siegerin Coco Wieland, die das Rennen in 3:08:06 Stunden gewann. „Heute muss man gut 10 Minuten zu seiner sonstigen Marathonzeit hinzuaddieren“, erklärt sie im Interview. Ihre Mitstreiterinnen haben sich aber auch wacker geschlagen. In kurzen Abständen folgten Vanessa Rösler vom LT Bittermark Dortmund mit 3:09:52 und Gladys Just vom TuS 08 Lintdorf mit 3:11:26 Stunden.

Einige Teilnehmer verkrafteten die Hitze nicht so gut und kämpften mit Kreislaufproblemen. Letztendlich waren die Zeiten an dem Tag nur zweitrangig, „Ankommen“ war für die meisten Teilnehmer das Ziel.


Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Die 35. Auflage des Rhein-Ruhr-Marathon ist bereits terminiert. Am Sonntag, 3. Juni 2018 fällt der Startschuss.

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Detlev Ackermann | Dienstag, 13 Juni 2017 00:00